Heinz Nixdorf (* 9. April 1925 in Paderborn; † 17. März 1986 in Hannover) war ein deutscher Computerpionier und Unternehmer. SDR-Video, 1994, 44′

1952 gründete Heinz Nixdorf eine Computerfirma, die er später als Inhaber der Nixdorf Computer AG zu einem internationalen und weltweit tätigen Elektronikkonzern mit ca. fünf Milliarden D-Mark Umsatz führte. Seine Rechner nutzten eine seinerzeitige Marktlücke und konnten sich gegen Rechner des Wettbewerbs erfolgreich durchsetzen. Damit galt Nixdorf als einer der Unternehmer, die in den 50er bis 70er Jahren als Symbol für das deutsche Wirtschaftswunder standen. Nixdorf war u.a. auch ein ehrgeiziger Sportler sowie Segler. Für die qualifizierte Ausbildung seiner Mitarbeiter war er überregional bekannt. Er erlag 1986 auf der Computermesse CeBIT in Hannover einem Herzinfarkt.  ….. mehr   ….. Vorzugsaktie 1984 

Konrad Zuse und Heinz Nixdorf, 1980, in der Paderborner Zentrale der Nixdorf Computer AG

Konrad Zuse (1919 bis 1995, links) entwickelte 1941 den Z3, den ersten funktionsfähigen Computer der Welt. 1984 besuchte er Heinz Nixdorf (1925 bis 1986) in dessen Nixdorf Computer AG in Paderborn, damals eine der bedeutendsten und innovativsten Computerfirmen in Europa. Quelle: Informationen zur politischen Bildung Nr. 344 3/2020, Foto: Heinz Nixdorf MuseumsForum        
….. mehr  ….. ENIAC, Ems-Zeitung, 15.2.21 

Nachruf in der ARD am 18.3.1986 auf den am 17.3.1986 verstorbenen Heinz Nixdorf.  3’30”

WDR 2015; Der Computerkönig aus Paderborn!  44′ 

Leider ist der Titel dieses Films völlig unpassend aber viele Passagen sind sehenswert. Die an mehreren Stellen immer wieder auftauchenden Hinweise – “strategischer Fehler” / “falsch eingeschätzt” etc. -, dass der Nichteinstieg in den Personal Computer Bereich Hauptursache für den Niedergang der Nixdorf Computer AG war,  sind allerdings Unsinn. Die Probleme waren vielschichtiger: Mittelständische Unternehmen und Großunternehmen waren die Kunden der Nixdorf Computer AG! Selbst IBM verkaufte 2005 die PC-Sparte – da nicht zum Kerngeschäft gehörend – an den chinesischen Hersteller Lenovo.

‎Eine scharfsinnige Analyse – …

Apple: Erfolgreich durch die Krise / Steve Jobs, * 24.2.1955, † 5.10.2011:

Steve Jobs in “Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers”, Druck 2011
Autor: Walter Isaacson, nachfolgend ein Auszug:

Ich habe meine eigene Theorie darüber, warum es zu einem Niedergang bei Firmen wie IBM oder Microsoft kommt. Eine Firma macht hervorragende Arbeit, bringt Innovationen hervor und wird in einem bestimmten Bereich Monopolist oder zumindest beinahe, und damit wird die Qualität des Produkts weniger wichtig. Die Firma wertet zusehends die großartigen Vertriebsleute auf, denn sie können den Kurs in Richtung Ertrag ausrichten, und nicht die Wirtschaftsingenieure und Designer. Schließlich führen die Vertriebsleute die Firma. John Akers von IBM war ein intelligenter und eloquenter, fantastischer Verkäufer, aber von Produkten hatte er keine Ahnung. Bei Xerox passierte das Gleiche. Sobald die Vertriebsleute das Sagen in der Firma haben, sind die Leute, die mit den Produkten zu tun haben, nicht mehr so wichtig, und viele schmeißen einfach hin. Genau das passierte bei Apple, als Sculley* kam, was mein Fehler war, und das Gleiche passierte, als Ballmer** bei Microsoft übernahm. Apple hatte Glück und stieg wieder auf, doch solange Ballmer Microsoft führt, glaube ich nicht, dass sich dort etwas ändert.

*Sculley
Im Frühjahr 1983 übernahm das Marketing-Genie John Sculley von Mike Markkula die Apple Unternehmensleitung. Steve Jobs war zunächst begeistert von der neuen Führungsfigur neben sich. Allerdings gab es bereits kurze Zeit nach Sculleys Einstieg vermehrt Konflikte zwischen Sculley und Jobs. Nach einem Putschversuch 1985 wurde Steve Jobs die Leitung der Macintosh-Abteilung entzogen. Steve Jobs verließ Apple und gründete das Unternehmen NeXT.
Der Erfolg des Macintosh flaute ab, die Hardware galt als veraltet, Nachfolgeprodukte waren nicht sonderlich erfolgreich. Zu dem brachte Bill Gates 1990 Windows 3.0 heraus, was Apple vermehrt unter Druck setzte.
Im Sommer 1993 endete die Ära von John Sculley. Michael Spindler trat den Posten als CEO des Apple Unternehmens an. Auch unter Spindler stellte sich der gewünschte Erfolg nicht ein. Kurz vor der Zahlungsunfähigkeit, übernahm Apple – völlig überraschend – für 400 Millionen US-Dollar das Unternehmen NeXT von Apple-Gründer Steve Jobs. Jobs war wieder an Bord und führte Apple erfolgreich aus der Krise – zurück zum einstigen Erfolg.

**Ballmer
CEO Steve Ballmer wurde 2014 von Satya Nadella abgelöst und auch Bill Gates meldete sich zurück. Er unterstützte den neuen Konzernchef bei der Ausarbeitung einer zeitgemäßen Produktstrategie. Der Rest ist Geschichte.